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Ein Erfahrungsbericht von Angi Egli.

ADSL anschliessen und voll durchstarten

oder: Was man als PC-Besitzerin an einem wunderschönen Märznachmittag tut

Heute erhielten wir ein schmuckes Paket von unserm Internet-Provider. Inhalt: Modem - Kabel in hübschen Farben - Netzstecker - sonstiges Gerät - CD-Rom - Anleitungen in den drei gängigen Landessprachen (hat den Vorteil, dass man Kannitverstan vielleicht eventuell unter Umständen auf Französisch oder gar auf Italienisch kapiert: Optimismus ist angesagt!).

Kurz und schnurz: Alles, was ich brauche, um meinen PC über ADSL ans Netz anzuschliessen.

Im Begleitbrief lese ich, sobald ich im Besitz eben dieser Hardware sei, könne ich mich mit meiner zehnstelligen Seriennummer registrieren und mit ADSL voll durchstarten. Jupiiiii!!!

Ich habe mal kurz die Anleitung studiert. Den Anfang kapiere ich, aber dann wirds happig: ich muss mich entscheiden, ob ich das Gerät über Ethernet oder USB anschliessen will. Wenn ich daaas wüsste!!! Ist USB eine Tochter von UBS, jener Grossbank, die "unsere" Alinghi sponserete, oder am Ende das siegreiche Segelschiff selbst? Trifft Letzteres zu, wäre die Wahl gebongt: wir sind ja seit kurzem die Seglernation!

Mutig und frech, wie ich in PC-Dingen nun mal bin, werde ich die Installation selbst an die Hand nehmen. Aber ich sags ja immer wieder: PC macht doof. Da lieg ich doch bei diesem schönen Wetter auf dem Bauch unter meinem Computertisch, die Nase am Staub des Kabelsalats, der da rumliegt, und suche Schnittstellen an meinem Rechner. Schnittstellen hab ich wohl - aber an den Fingern - jedesmal wenn ich ein neues Küchenmesser einweihe.

Wie pflegte ich doch weiland im Lenz eine ruhige Kugel zu schieben: den Blümchen beim Blühen zugucken - den Vögelchen lauschen - die angenehme Märzsonne auf meiner blassen Winterhaut spüren - erbauliche Lektüre - sanfte Träume.

An die Stelle all dieser Liebenswürdigkeiten sind getreten: welkende Winterblumen zwischen Vor- und Innenfenstern - das Rauschen des Ventilators im Rechner - eine Rotznase von all dem Staub - zugezogene Vorhänge, damit das grelle Sonnenlicht meine rechteckige Wahrnehmung nicht stört - Anleitungen die keine Sau versteht - Alpträume, sogar des Tags.

Mittlerweile habe ich mit Hilfe einer Taschenlampe ein USB-Logo an meinem Turm entdeckt, aber wie mir scheint, sitzt der Stecker des bisherigen Modems dort, und den bringe ich einfach nicht raus. Ich getraue mich nicht zu murksen. Oder soll ich doch einen Schraubenzieher als Hebel ansetzen? Von unserer PC-Könnerin-Tochter Katrin erfahre ich dann, dass ich wohl einen Schraubenzieher brauche, aber nur für die Tätigkeit, für welche dieses Werkzeug erfunden wurde: besagter Stecker ist mit Schrauben, die in grauen Kunststoffstiften versenkt sind, fest mit dem Rechner verbunden.

O.k. Alles geht bestens. Oder fast alles: ein zweites grünes Lämpchen will und will nicht angehen. Nun ist Hilfe durch Hotline angesagt. Was ich dort erfahre, haut mich um: Ich kann das Ganze erst in einer Woche installieren. Das nötige Signal ist noch nicht für mich freigegeben!

Voll durchstarten! Von wegen!

So tauche ich denn erneut unter den Tisch und schliesse das bisherige Modem wieder an. Mittlerweile ist die Sonne verschwunden, die Vögel schweigen, und mein Mann erkundigt sich wie schon so oft, seit dieser virtuelle Hausfreund bei uns eingezogen ist, ob es und wenn ja wann Abendbrot gibt.


 

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